Um das Folgende zu verstehen ist es hilfreich zu wissen dass in den USA privates Engagement an Kapitalmärkten schon wesentlich länger und viel weiter verbreitet ist als hierzulande... sowohl direkt als auch indirekt durch steuerbegünstigte private Vorsorgeprogramme wie 401 (k), von denen sich einige momentan Liquiditätsprobelemen ausgesetzt sehen.
Jim Cramer war Fondsmanager, ist heute aber eher mit Vermarktung beschäftigt: Seiner eigenen sowie der von anderen Menschen die gern für ihre Investment-Tipps und ihre Meinung bezahlt werden möchten. Er selbst sagt den Menschen in seiner Fernseh-Show "Mad Money", welche Aktien sie kaufen und welche sie verkaufen sollen.
Dabei liegt er regelmäßig arg daneben, aber das vergisst er bis zur nächsten Show völlig schmerzfrei. Schlimmer noch, er erklärt seinen Zuschauern auch mal, dass sie ihm nicht richtig zugehört hätten:
Warum liegt er daneben? Vielleicht weiß er es nicht besser. Aber er war Fondsmanager. Hier spricht er darüber, wie er Märkte manipuliert hat um die Masse der Investoren in die Richtung zu bewegen die für seine Investitionen vorteilhaft waren... und auch darüber dass es ihm Spaß macht den Markt zu irritieren; davon zu profitieren, dass die Börsenaufsicht FCC nicht klug genug ist um verbotene Praktiken aufzudecken; und darüber dass man kein Fondsmanager sein sollte wenn man nicht verstanden hat dass man Reportern passende Gerüchte zustecken sollte:
Ein ebenfalls aufschlussreicher Fernsehmitschnitt ist dieser hier im Zusammenhang mit dem Beginn der Subprime-Probleme von Bear Stearns 2007, in dem ab 1:30 deutlich wird, wie sehr ihn der Rollenkonflikt zwischen Medienpräsenz, privaten Verbindungen, seinem Glauben an Marktbeeinflussung und dem Wissen darum, wie schlimm es da draußen wirklich ist, belastet. Ein sehenswerter Gemütsausbruch:
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